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Die Vorstufen einer bösartigen Zellveränderung im Gebärmutterhals verursachen keine Beschwerden. Auch Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium macht sich nicht bemerkbar. Er kann als praktisch einziger Krebs jedoch nahezu vollständig durch eine gute Vorsorge verhindert werden. Zudem ist die Hauptursache für seine Entstehung bekannt: eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV). Es gibt eine Impfung gegen diese Viren und verschiedene Verfahren zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs: den zytologischen Abstrich („Pap-Abstrich“) und die Dünnschichtzytologie, bei der das Abstrichmaterial gereinigt und in einer Zelllösung aufbereitet wird, sodass es besonders gut zu beurteilen ist. Außerdem kann mit dem HPV-Test eine Infektion festgestellt werden, bevor sich Zellveränderungen einstellen. Wie und wann diese Verfahren in der Früherkennung heute eingesetzt werden und was Sie als Patientin wissen müssen erfahren Sie auf dieser Seite.

  • Was sollten Mädchen vor dem ersten Mal wissen?

    Eine Infektion mit HP-Viren ist das größte Risiko für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Das lässt sich verhindern, wenn vor dem ersten Geschlechtsverkehr gegen die Infektion mit HPV geimpft wird. Für Mädchen zwischen neun und vierzehn Jahren wird die Impfung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Wissenschaft ist sich noch nicht ganz sicher, ob eine Impfung lebenslang reicht.

  • Was sollten Mädchen und ihre Mütter über die HPV-Impfung wissen?

    Für Mädchen im Alter von 9 bis 14 empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission des Robert Koch-Institutes – das maßgebliche Gremium für alle Impf-Empfehlungen) eine Impfung gegen HP-Viren. Möglichst sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft werden. Für die HPV-Impfung braucht man zwei bis drei Termine. Wie bei allen Impfungen kann aber nicht zu einhundert Prozent garantiert werden, dass es einen vollständigen Schutz gibt. Ganz geklärt ist auch noch nicht, ob der Impfschutz lebenslang wirkt. Nebenwirkungen einer HPV-Impfung können Rötungen, Schmerzen, Schwellungen oder Juckreiz an der Impfstelle sein. Außerdem kann es zu leichtem Fieber kommen, zu Kopf- und Gelenkschmerzen oder auch zu Magen-Darm-Beschwerden. Diese Reaktionen sind jedoch vorübergeben und klingen schnell wieder ab. Für die Impf-Experten der STIKO steht fest, dass das Ziel, vor Gebärmutterhalskrebs zu schützen, mehr wiegt als die Risiken bei einer HPV-Impfung.

    Wenn bereits eine Infektion mit HP-Viren vorliegt, hat die Impfung keinen Effekt mehr.

  • Welchen Sinn hat ein HPV-Test?

    Acht von zehn Frauen infizieren sich im Lauf der Jahre mit HPV. Längst nicht jede Infektion entwickelt sich zum Gebärmutterhalskrebs. Mit einem HPV-Test kann eine Infektion mit HP-Viren erkannt werden, aber nicht, ob es krankhafte Veränderungen am Gebärmutterhals gibt. Bei einem negativen HPV-Test ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass es Veränderungen oder Krebsvorstufen gibt. Das kann aber nicht ganz ausgeschlossen werden. Deshalb sollte beim Frauenarzt auch ein Pap-Abstrich gemacht werden.

    Der HPV-Test wird nur von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn vorher schon Zellveränderungen aufgefallen sind. Wenn nicht, muss er als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) bezahlt werden. Private Kassen zahlen den HPV-Test meistens.

    Als neueres Verfahren gibt es den mRNA-Test. Von diesem Test erhofft man sich eine größere Aussagekraft darüber, ob sich aus einer HPV-Infektion eine bösartige Gewebeveränderung ergeben kann oder nicht.

  • Was der HPV-Test kann – und was nicht

    Ein HPV-Test erkennt die Infektion mit Papillomviren, die sonst meist unbemerkt verläuft, weil es keine Symptome gibt. Der HPV-Test erkennt allerdings nicht, ob Zellveränderungen am Gebärmutterhals vorhanden sind. Das bedeutet, dass es bei einem negativen HPV-Test (also keine Infektion) nicht sehr wahrscheinlich ist, dass es Zellveränderungen am Gebärmutterhals gibt. Völlig ausschließen kann der HPV-Test das aber nicht. Daher empfiehlt das Robert-Koch-Institut, dass neben einem HPV-Test auch immer ein Pap-Abstrich gemacht werden sollte.

    Wenn der HPV-Test positiv ist (eine Infektion also vorhanden ist), heißt das nicht zwangsläufig, dass Veränderungen am Gebärmutterhals vorhanden sind. Das muss dann durch eine weitere Untersuchung (zytologische Untersuchung) abgeklärt werden.

    Es gibt verschiedene HPV-Tests, die auf unterschiedlichen Verfahren beruhen. Als neueres Verfahren gibt es den mRNA-Test. Von diesem Test erhofft man sich eine größere Aussagekraft darüber, ob sich aus einer HPV-Infektion eine Gewebeveränderung ergeben kann oder nicht.

  • Was passiert beim Abstrich?

    Ein Abstrich ist Teil der Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt. Der Begriff „Abstrich(entnahme)“ bezeichnet eigentlich den Vorgang des Ablösens von Zellen des Oberflächengewebes für diagnostische Zwecke – in diesem Fall mit einem Bürstchen oder Spatel vom Gebärmutterhals. Die gewonnenen Zellen können dann auf Auffälligkeiten untersucht werden (s.u. „zytologische Untersuchung“). Manchmal wird der Abstrich auch „Pap-Abstrich“ genannt (nach dem Arzt George Papanicolaou). Längst nicht jede Auffälligkeit ist Besorgnis erregend. Oft handelt es sich um harmlose Entzündungen oder Gewebeveränderungen, die von alleine ausheilen.

  • Was sind zytologische Untersuchungen?

    Die durch einen Abstrich am Gebärmutterhals gewonnenen Gewebezellen werden unter dem Mikroskop untersucht – dies ist die zytologische Untersuchung. Die Gewebezellen werden auf Veränderungen untersucht, um Krebsvorstufen oder auch Krebszellen zu entdecken und behandeln zu können.

    Die Gesetzlichen Krankenkassen zahlen einmal im Jahr eine zytologische Vorsorgeuntersuchung.

  • Wie zuverlässig sind zytologische Untersuchungen?

    Bei auffälligen Abstrichen besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch eine entsprechende Gewebeveränderung vorliegt. Es gibt also fast nie „falschen Alarm“. Krebsvorstufen und bereits vorhandene Krebszellen werden zu 70 Prozent erkannt. Gründe für die nicht erkannten restlichen 30 Prozent können darin liegen, dass Fehler bei der Beurteilung gemacht werden oder dass es zu Fehlern bei der Abstrichentnahme kommt.

    Ein neueres Verfahren ist die Dünnschichtzytologie. Anders als bei den herkömmlichen Untersuchungen können die entnommenen Abstriche mehrmals verwendet werden, etwa auch für einen HPV-Test. Die Dünnschichtzytologie soll einige Nachteile des Pap-Abstrichs ausgleichen und z.B. ein besseres Zellbild erzeugen, um zu eindeutigeren Befunden zu kommen. Krebsvorstufen sollen so besser erkannt werden.

    Die Dünnschichtzytologie muss als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) privat bezahlt werden.

  • Was geschieht auf dem gynäkologischen Stuhl bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs?

    Die Frauenärztin oder der Frauenarzt hält mit einem speziellem Instrument (Spekulum) die Scheidenwand etwas zur Seite, um am Ende der Scheide den Gebärmutterhals sehen zu können. Dann beurteilt er den Gebärmutterhals visuell und entnimmt von der Oberfläche um den Eingang (Muttermund) und aus dem Gebärmutterhalskanal einen Abstrich. Dabei werden keine Schmerzen und keine Verletzung des Gewebes verursacht. Bei leichten Auffälligkeiten ist meistens nur eine Verlaufskontrolle oder Behandlung bei der betreuenden Frauenärztin bzw. dem betreuenden Frauenarzt nötig. Bei stärker auffälligen Abstrichergebnissen sollte eine Abklärung in einer Dysplasiesprechstunde erfolgen (siehe Abschnitt „Was passiert in der Dysplasiesprechstunde“).

  • Was passiert in der Dysplasiesprechstunde?

    Die Dysplasiesprechstunde ist eine Spezialsprechstunde für Frauen, bei denen im Rahmen ihrer Vorsorgeuntersuchung Vorstufen oder Erkrankungen am Gebärmutterhals (aber auch am Muttermund, an der Scheide oder den Schamlippen) festgestellt wurden. Bei leichten oder mittelschweren Zellveränderungen ist eine Verlaufskontrolle oder die Behandlung im Rahmen der normalen Vorsorgeuntersuchungen ausreichend.

    In der Dysplasiesprechstunde werden die Scheide und der Gebärmutterhals mit einem speziellen Mikroskop (dem Kolposkop) unter Anwendung eines oder mehrerer Färbeteste (Iodprobe/Essigprobe) untersucht, um Anzeichen auf Gebärmutterhalskrebs oder seine Vorstufen zu entdecken. Das Kolposkop funktioniert wie eine Lupe mit Beleuchtung und soll zusammen mit den Färbetests Veränderungen erkennbar machen, die mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. Das Kolposkop wird nicht eingeführt, sondern vor der Scheide positioniert. Bei der Untersuchung können dann von auffälligen Stellen eine oder mehrere Gewebeproben (Biopsien) entnommen werden, um eine feingewebliche Sicherung der Diagnose zu erreichen. Die Probeentnahme ist meistens nicht schmerzhaft. Nach der Untersuchung kann es zu leichten Blutungen oder bräunlichem Ausfluss kommen (oft wird auch ein Tampon gelegt, der von der Patientin nach einigen Stunden selbst wieder entfernt werden kann). Beides ist unproblematisch, die Stellen der Gewebeentnahme sind nach einem Tag wieder abgeheilt.

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